Am vergangenen Mittwoch durften wir eine Studierendengruppe des Hochschulmanagements Nord der Deutschen Bahn am RailCampus OWL begrüßen. Das Hochschulmanagement Nord der DB InfraGO AG bildet die zentrale Schnittstelle zwischen der Deutschen Bahn, Hochschulen und Studierenden. Ziel ist es, wissenschaftliche Lehre und Bahnpraxis miteinander zu verknüpfen, Nachwuchskräfte für die Schienenbranche zu gewinnen und gemeinsame Forschungsaktivitäten zu fördern.
Unter der Leitung von Gereon Schalk erhielten die Teilnehmenden zunächst einen Einblick in den RailCampus OWL und seine Aktivitäten. Im Anschluss standen Besuche unserer Prüflabore auf dem Programm. Dabei konnten die Studierenden verschiedene Forschungs- und Prüfbereiche kennenlernen – von Radsätzen über Festigkeitsprüfungen bis hin zu modernen Perzeptionssystemen.
Der anschließende gemeinsame Austausch beim Mittagessen bot die Gelegenheit, Fragen zu diskutieren, Perspektiven auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Wir freuen uns, wenn die Studierenden viele spannende Eindrücke aus unseren Laboren und von den vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsthemen im Bahnsystem mitnehmen konnten.
Die Förderung von Nachwuchskräften ist ein zentrales Anliegen des RailCampus OWL. Der enge Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Studierenden ist eine wichtige Grundlage, um die Mobilität von morgen gemeinsam zu gestalten.
Vielen Dank an Gereon Schalk und alle Teilnehmenden für den Besuch. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Austausch!
Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Industrie und Infrastruktur folgten der Einladung des RailCampus OWL zur RailConnect 2026. Ziel der Veranstaltung war es, Innovations- und Digitalisierungsbedarfe im Bahnsektor zu identifizieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Ganz nach dem Leitgedanken der Veranstaltung: Gemeinsam lösen.
Impulse für die Digitalisierung der Schiene
Den Auftakt bildeten vier Impulsvorträge, die den Blick auf die Digitalisierung der Schiene aus unterschiedlichen Perspektiven richteten. Dr.-Ing. Hiie-Mai Unger, CEO der DB Systemtechnik GmbH, stellte die Innovationsstrategie der DB Systemtechnik vor und zeigte auf, welche technologischen Entwicklungen künftig den Bahnbetrieb prägen werden. Pierre Becker und Jens Rohleder von der eurobahn präsentierten den Einsatz von Open-Source-Technologien im KRITIS-Umfeld und warben dafür, gemeinsame Softwarelösungen für die Branche zu entwickeln. Davide Amelia vom Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) machte deutlich, dass Cybersecurity eine der zentralen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung des Schienenverkehrs ist. Henrik Wilkening von der Teutoburger Wald Eisenbahn zeigte schließlich die Herausforderungen und Potenziale bei Infrastruktur, Reaktivierung und der Modernisierung des Bestands auf.
Gemeinsame Herausforderungen, gemeinsame Lösungen
Im anschließenden Panel sowie in den vier Fachworkshops zu den Themen autonomes und automatisches Fahren, Kommunikation und Informationsmanagement, Instandhaltung sowie Komfortsysteme wurde schnell deutlich: Die Herausforderungen unterscheiden sich zwischen großen und kleinen Eisenbahnverkehrsunternehmen oftmals weniger als erwartet. Gemeinsam wurden die unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet. Alle Akteure stehen vor der Aufgabe, den bestehenden Fahrzeug- und Infrastrukturbestand zu modernisieren und gleichzeitig die Digitalisierung des Systems Bahn voranzutreiben. Dadurch entstehen Zielkonflikte bei Prioritäten und Investitionen.
Ein wesentliches Ergebnis der Veranstaltung war daher, dass Innovation nicht immer in großen Technologiesprüngen liegen muss. Vielmehr braucht die Branche konkrete, praxistaugliche Lösungen mit kurzfristig sichtbarem Nutzen. Gerade kleinere, schnell umsetzbare Innovationen können einen erheblichen Beitrag zur Digitalisierung leisten.
Daten und Open Source als Schlüssel zum Fortschritt
Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Umgang mit Daten. In den Workshops wurden verschiedene Ansätze diskutiert, wie Daten künftig effizienter zwischen Eisenbahnunternehmen, Infrastrukturbetreibern, Herstellern und Forschungseinrichtungen ausgetauscht und genutzt werden können. Ebenso wurde deutlich, dass gemeinsame Open-Source-Lösungen – wie sie von der eurobahn vorgestellt wurden – ein vielversprechender Ansatz sein können, um Innovationen schneller und wirtschaftlicher in die Branche zu bringen.
Ein weiterer Konsens der Teilnehmenden: Forschungseinrichtungen müssen ihre Kompetenzen künftig noch stärker bündeln. Standorte wie der RailCampus OWL und der Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) in Annaberg-Buchholz verfügen über unterschiedliche fachliche Schwerpunkte, die sich hervorragend ergänzen. Durch eine engere Vernetzung können Synergien geschaffen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden, die den gesamten Bahnsektor voranbringen.
Fazit: Digitalisierung gelingt nur gemeinsam
Die RailConnect 2026 hat damit eindrucksvoll gezeigt, dass die Digitalisierung der Schiene nur gemeinsam gelingen kann. Wissenschaft, Industrie, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreiber stehen vor gemeinsamen Herausforderungen – und verfügen gemeinsam über das Know-how, diese zu lösen. Genau diesen Austausch weiter zu fördern und daraus konkrete Forschungs- und Innovationsprojekte entstehen zu lassen, bleibt das Ziel des RailCampus OWL.
Am 10. Juni 2026 nahm der RailCampus OWL an der Abschlussveranstaltung des WIR!-Bündnisses Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) in Annaberg-Buchholz teil. Die Veranstaltung bot einen beeindruckenden Einblick in die zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Region. Viele dieser Vorhaben sind in den vergangenen Jahren im Rahmen der WIR!-Förderung entstanden.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt der vorgestellten Innovationen für den Schienenverkehr. Das Spektrum der vorgestellten Innovationen reichte von papiergedruckten Lautsprecherbahnen über digitale Kommunikationslösungen bis hin zu Rückfahrkameras für Güterzüge. Dies machte deutlich, welches Innovationspotenzial sich in der Region rund um Annaberg-Buchholz entwickelt hat.
Regionale Innovation mit nationaler Wirkung
Als Standorte des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) setzen sich der Smart Rail Connectivity Campus und der RailCampus OWL für innovative Mobilitätslösungen ein. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Schienenverkehr nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die Veranstaltung machte deutlich, welch wichtige Rolle regionale Innovationsökosysteme bei der Entwicklung neuer Technologien und deren Transfer in die Praxis spielen.
Für den RailCampus OWL war der Besuch ein wertvoller Impuls für die zukünftige Zusammenarbeit. Zudem bot er die Möglichkeit, gemeinsame Potenziale in Forschung, Entwicklung und Innovation im Bahnsektor zu identifizieren und weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team des Smart Rail Connectivity Campus. Die professionelle Organisation der Veranstaltung und der konstruktive Dialog haben einen wichtigen Beitrag zum gelungenen Austausch geleistet.
Der RailCampus OWL ist gemeinsam mit den fünf Standorten des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) auf der Transport Research Arena (TRA) 2026 in Budapest vertreten. Die TRA gilt als eine der wichtigsten europäischen Konferenzen für Transportforschung und bringt Wissenschaft, Industrie, Politik und Mobilitätsakteure aus ganz Europa zusammen.
Am gemeinsamen DZM-Stand präsentieren die Standorte ihre aktuellen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten rund um die Mobilität der Zukunft. Der Standort Minden stellt dabei insbesondere das Forschungsprojekt enableATO vor. Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze für den automatisierten Schienenverkehr, digitale Betriebsprozesse sowie intelligente und resiliente Bahnsysteme.
Neben der Präsentation der Projekte bietet die TRA 2026 vor allem eine wichtige Plattform für den internationalen Austausch und die Vernetzung mit Partnern aus Forschung, Industrie und Politik.
Besonders wertvoll ist dabei auch der enge Austausch mit den weiteren DZM-Standorten – darunter der neue Standort München.
Die zahlreichen Gespräche und Kontakte zeigen erneut, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit und starke Netzwerke für die Entwicklung zukunftsfähiger Mobilitätslösungen sind.
Wie sieht die Zukunft der Weichenüberwachung aus? Welche Technologien unterstützen bereits heute einen sicheren und leistungsfähigen Bahnbetrieb und welches Potenzial steckt künftig in Predictive Monitoring?
Diesen Fragen widmet sich das 26. Schienengespräch am RailCampus OWL am Freitag, den 29. Mai 2026, von 13:00 bis 14:00 Uhr via Microsoft Teams. Unter dem Titel „Zukunft der Weichenüberwachung – von der Inspektion zum Predictive Monitoring“ diskutieren zwei Experten aktuelle Entwicklungen und innovative Ansätze der digitalen Zustandsüberwachung.
Weichen zählen zu den sensibelsten und zugleich kritischsten Komponenten im Bahnbetrieb. Ihr Zustand beeinflusst maßgeblich Pünktlichkeit, Sicherheit und Kapazität im Netz. Moderne Monitoring-Technologien ermöglichen dabei zunehmend eine Echtzeitbewertung und schaffen die Grundlage für vorausschauende Instandhaltungskonzepte.
Als Referenten begrüßen wir:
Michael Heimann, Systems Architect bei BREUER Nachrichtentechnik GmbH
Dr. Jörn Groos, Gruppenleiter am Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) e. V.
Freuen Sie sich auf spannende Einblicke in aktuelle Technologien, praxisnahe Erfahrungsberichte und einen gemeinsamen Austausch zur Digitalisierung zentraler Bahninfrastruktur.
Mit einem gemeinsamen Auftakt des RailCampus OWL, der TH OWL und des IWD ist heute die RailWeek OWL 2026 in Minden gestartet. Unter dem diesjährigen Motto „Der intelligente Waggon – Wie sieht Bahnreisen in Zukunft aus?“ kommen Studierende und Auszubildende zusammen, um innovative Ideen für die Mobilität von morgen zu entwickeln.
In interdisziplinären Teams arbeiten die Teilnehmenden in den kommenden Tagen an kreativen und praxisnahen Lösungen rund um den intelligenten Waggon der Zukunft. Unterstützt werden sie dabei von Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, die ihr Wissen in Workshops und Impulsen einbringen.
Gemeinsam Ideen entwickeln und Zukunft vernetzen
Die RailWeek OWL bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen, gemeinsam an zukunftsweisenden Konzepten zu arbeiten und wertvolle Kontakte innerhalb der Bahnbranche zu knüpfen. Von der ersten Idee bis hin zur finalen Präsentation vor einer Fachjury steht dabei vor allem der Austausch zwischen Nachwuchskräften, Hochschulen und Unternehmen im Mittelpunkt.
Zum Abschluss der Woche präsentieren die Teams ihre Ergebnisse und Konzepte im Rahmen des Pitch Days am RailCampus OWL.
Wir freuen uns auf eine inspirierende Woche voller Innovation, Zusammenarbeit und neuer Ideen für die Zukunft des Bahnreisens.
Die RailWeek startetErste Infos für die Teilnehmenden
Mit REAKT-RAILRATE ist ein neues Forschungsprojekt innerhalb der DATIpilot-Innovationscommunity REAKT gestartet, an dem der RailCampus OWL als Projektpartner erstmals beteiligt ist. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuen Bewertungsmethodik für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken im ländlichen Raum – insbesondere unter Berücksichtigung touristischer Potenziale und neuer Schienenmobilitätskonzepte.
Gemeinsam mit der TH OWL, dem Fraunhofer IOSB-INA und dem NIT Kiel entsteht dabei ein digitales Bewertungstool, das Kommunen und regionalen Akteuren eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Reaktivierungsprojekte bieten soll. Der RailCampus OWL bringt insbesondere Praxisperspektiven aus dem Bahnsektor sowie den Transfer in Fachwelt und Netzwerke ein.
Kick-off Meeting in Malente
Das Kickoff-Meeting des Projekts fand am 6. und 7. Mai 2026 in Malente statt. Neben einer gemeinsamen Besichtigung der Strecke Malente–Lütjenburg wurde ein gemeinsames Verständnis für die Projektziele, die Bewertungslogik und die Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums geschaffen. Zudem wurden erste fachliche Anforderungen und organisatorische Strukturen für die weitere Projektarbeit abgestimmt.
Das Projektteam arbeitetInhalte werden diskutiertProjektgruppe besichtigt SchienenProjekttreffen in Malente
Vom 07. bis 09. Mai 2026 war der RailCampus OWL auf der diesjährigen Azubi Vibes auf dem Gelände der DB Systemtechnik vertreten – und blickt auf drei spannende und erfolgreiche Veranstaltungstage zurück.
Im Mittelpunkt unseres Auftritts stand der duale Studiengang „Digitale Bahnsysteme“, über den wir zahlreiche interessierte Besucher informieren konnten. Besonders erfreulich waren die vielen offenen Gespräche mit jungen Menschen, die sich für Zukunftstechnologien, Digitalisierung und innovative Berufsperspektiven in der Bahnbranche interessieren. Das große Interesse hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig attraktive Bildungsangebote und praxisnahe Einblicke für die Fachkräfte von morgen sind.
Ein besonderes Highlight an unserem Stand war erneut das Reaktionsspiel „Buzzbeater“. Hier galt es, die beeindruckende Bestzeit von nur neun Sekunden zu schlagen – eine Herausforderung, die bei vielen Besucher für Ehrgeiz, Begeisterung und jede Menge Spaß sorgte. Der Wettbewerb brachte nicht nur Action an den Stand, sondern bot auch zahlreiche Gelegenheiten für den persönlichen Austausch.
Darüber hinaus war unser Geschäftsführer Thore Arendt Teil des Bühnenprogramms der Azubi Vibes. Im Talkformat stellte er den Studiengang „Digitale Bahnsysteme“ vor und gab spannende Einblicke in die Chancen und Perspektiven moderner Bahn- und Mobilitätsberufe.
Wir bedanken uns bei allen Besucher, Gesprächspartner sowie den Organisator der Azubi Vibes für die gelungene Veranstaltung und freuen uns bereits auf die kommenden Begegnungen.
Gestern durfte der RailCampus OWL den Arbeitskreis Schiene (29.04.2026) des Kompetenznetzes automatisierte und vernetzte Mobilität (innocam.NRW) als Gast begrüßen. In den Diskussionen wurde deutlich: Der Fachkräftemangel im Bahnsektor ist real – aber die vermeintlich naheliegende Lösung „autonomes Fahren“ greift vielleicht zu kurz.
Natürlich liegt es auf der Hand, durch Automatisierung Personalengpässe zu kompensieren. Technologisch denken viele bereits in Richtung GoA 4, also vollautomatisierten Betrieb ohne Personal an Bord. Doch während die Technik in großen Teilen bereit ist, stellen sich in der Praxis vor allem regulatorische und juristische Hürden in den Weg. Die hohen Sicherheitsanforderungen im Bahnsystem sind aus guten Gründen etabliert – sie führen aber auch dazu, dass Innovationszyklen deutlich langsamer verlaufen als in anderen Branchen oder auch in anderen europäischen Ländern, in denen Risikobewertungen teilweise anders strukturiert sind.
Die zentrale Frage lautet daher: Wie gelingt der Nachweis, dass ein neues autonomes System mindestens genauso sicher ist wie bestehende Prozesse? Die Antwort darauf ist weniger theoretisch als vielmehr empirisch. Es braucht belastbare Daten, reale Erprobung und klar definierte Testumgebungen. Formate wie Erprobungsgenehmigungen oder angepasste Homologationsverfahren – wie sie etwa aus der Automobilindustrie bekannt sind – könnten hier eine wichtige Rolle spielen. Ebenso entscheidend sind klar abgegrenzte Räume, in denen neue Mobilitätslösungen unter realen Bedingungen getestet und validiert werden können.
Gleichzeitig wurde in der Diskussion auch deutlich: Autonomes Fahren ist kein Selbstläufer und schon gar kein kurzfristiger „Fix“ für den Fachkräftemangel. Im Gegenteil – die Entwicklung, Zulassung und der Betrieb solcher Systeme erfordern hochqualifizierte Expertinnen und Experten. Diese sind rar und entsprechend kostenintensiv. Wer auf Automatisierung setzt, muss daher auch das zugrunde liegende Geschäftsmodell konsequent mitdenken.
Fazit: Autonomie auf der Schiene bietet enormes Potenzial – aber der Weg dorthin ist komplex. Es braucht Mut zu neuen regulatorischen Ansätzen, Raum für Erprobung und einen realistischen Blick auf wirtschaftliche und personelle Rahmenbedingungen.
Vielen Dank an das Team von innocam.NRW für die offene, fundierte und anregende Diskussion!
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