
Innovationslabor für automatisiertes Fahren im Schienenverkehr
Hintergrund & Motivation
Der Schienenverkehr ist zentral für ein nachhaltiges, effizientes und zukunftsfähiges Verkehrssystem in Europa. Um steigende Anforderungen an Kapazität, Qualität und Klimaschutz zu erfüllen, gewinnt die Automatisierung zunehmend an Bedeutung.
Automatisiertes und autonomes Fahren (ATO) ist dabei ein wesentlicher Hebel für:
- höhere Effizienz im Betrieb
- bessere Auslastung der Infrastruktur
- mehr Zuverlässigkeit und Sicherheit
Für die Entwicklung und Implementierung dieser Technologien wird eine spezialisierte Testumgebung benötigt. Insbesondere für Perzeptionssysteme, also Sensorik und Umfeldwahrnehmung, fehlen bislang geeignete, realitätsnahe und gleichzeitig kontrollierbare Testbedingungen.

Projektziel
Ziel des Projekts ist der Aufbau eines zweigleisigen ATO-Innovationslabors am Standort der DB Systemtechnik GmbH in Minden.
Im Fokus stehen:
- Erforschung und Entwicklung von ATO-Systemtechnologien
- Erprobung unter realitätsnahen Bedingungen
- Unterstützung von Zulassungsprozessen
- Entwicklung von Standards für ATO-Komponenten
Kern der Infrastruktur ist eine zweigleisige Prüf- und Testeinrichtung, die:
- reproduzierbare Tests ermöglicht
- kontrollierbare Umwelt- und Wetterbedingungen bietet
- reale Betriebsszenarien simuliert
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Validierung von Perzeptionssystemen, die eine Schlüsselrolle für sicheres automatisiertes Fahren spielen.
Mehrwert der Testinfrastruktur
Das Innovationslabor schafft einen entscheidenden Vorteil für Forschung und Industrie:
- Verlagerung von Tests aus dem laufenden Betrieb in eine Laborumgebung
- Entlastung des hochbelasteten Streckennetzes
- Beschleunigung von Entwicklungs- und Zulassungsprozessen
- Verbesserung der Vergleichbarkeit von Testergebnissen
- Erhöhung der Sicherheit bei der Systementwicklung
Umsetzung
Die Umsetzung des Innovationslabors erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Zunächst werden in der Initialphase die grundlegenden Rahmenbedingungen definiert. Darauf aufbauend werden in der Planungsphase alle notwendigen Genehmigungs- und Bauunterlagen erstellt sowie die Forschungs- und Testinfrastruktur konzipiert und als Grundlage für die Beschaffung vorbereitet. Anschließend folgen die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen sowie die Beschaffung der erforderlichen Testsysteme. In derBauphase werden die baulichen Maßnahmen umgesetzt und überwacht, während parallel die Testsysteme entwickelt, aufgebaut und in die Infrastruktur integriert werden. Mit der abschließenden Ab- und Inbetriebnahme des Innovationslabors wird das Projekt abgeschlossen.
Projektlaufzeit
01. Oktober 2025 bis 31. Dezember 2027
Projektpartner



