Am 23. Mai fuhr ein voll besetzter Reisebus mit einer internationalen Gesellschaft aus der Umgebung von Kleve nach Dörentrup und Extertal um das MONOCAB als mögliche Ergänzung zum klassischen ÖPNV kennen zu lernen. Das MONOCAB ist ein autonom fahrendes Einschienenfahrzeug und ist Teil des Forschungsprojektes enableATO/DZM am RailCampus OWL in Minden. Der Tagesausflug wirkte euphorisierend und förderte konstruktiven Austausch: „Die Veranstaltung war sehr aufregend und wir konnten aus erster Hand etwas Innovatives erleben“, sagt einer der Teilnehmenden aus Kleve. „Tolle Erfahrung“, war ein anderer der Meinung.
Die Interessenten waren im Vorfeld als Probanden für die KI-Akzeptanzforschung der Hochschule Rhein-Waal gewonnen worden. Eine Machbarkeitsstudie unter Leitung der Hochschule Rhein-Waal zusammen mit dem Rad- und Verkehrsplanungsbüro Loedersloot Consultancy aus Nijmegen erforscht die gesellschaftliche Akzeptanz der MONOCAB-Technik sowie den grenzüberschreitenden Mobilitätsbedarfe.
Es ging also nicht nur um das reine Nutzererlebnis. Es wurden auch Akzeptanzaspekte untersucht, die für einen MONOCAB-Einsatz z.B. auf der stillgelegten Strecke Kleve-Kranenburg-Groesbeek (NL) relevant sind. Dies betrifft z.B. die Interessen und Vorbehalte der Anwohner entlang einer möglichen Strecke. Sie konnten sich am 23. Mai davon überzeugen, wie schnell eine solche Kabine fährt und welche Geräusche dabei entstehen. Dies galt auch für politische Entscheidungsträger und Beteiligte in Verwaltungen, sollte in Zukunft über die Einrichtung einer solchen Strecke nachgedacht werden.
Unterschiedliche Interessenlage
Unter den 50 Teilnehmern aus dem Rheinland waren auch mehrere Niederländer. Dazu gab es 25 Interessierte aus der Region. Aufgrund der besonderen Grenzsituation ist es wichtig herauszufinden, ob die oben genannten Aspekte auf beiden Seiten der Grenze ähnlich gesehen werden oder ob die Interessenlage unterschiedlich ist. Für ein grenzüberschreitendes Mobilitätsangebot ist dies ein entscheidender Faktor. Das Projekt wird durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie seinen Programmpartnern ermöglicht und von der Europäischen Union kofinanziert.
Die Organisator:innen und Teilnehmenden sind sich einig: Der Besuch hat sich gelohnt. Der Ausflug in die Montagehalle und anschließend zum Testfeld bot viel Raum für Detailfragen – sowohl technischer Art als auch im Hinblick auf die Integration in den Alltag. Die Resonanz auf das Fahrzeug fiel überwiegend positiv aus: Viele der Besucher:innen aus dem Rheinland zeigten sich erfreut darüber, dass an einer praxistauglichen Alternative gearbeitet wird. Auch deswegen wurde die derzeit noch wahrnehmbare Geräuschentwicklung beim Fahren im Testfeld weitgehend akzeptiert. Sie ist dem frühen Entwicklungsstand des MONOCAB als Versuchsfahrzeug geschuldet und wird bis zum späteren Regelbetrieb gezielt reduziert.
Zukünftige (Mobilitäts-)Infrastrukturen auf Hot Topic Seminar in Hamburg
Unter dem spannenden Motto „Future (Mobility) Infrastructures“ haben sich am Dienstag und Mittwoch etwa 80 Teilnehmer aus dem DZM-Verbund (Annaberg-Buchholz, Hamburg, Karlsruhe und Minden) im Rahmen des Hot Topic Seminars in Hamburg vernetzt und ausgetauscht. In dem inspirierenden Ambiente des World Cafés konnten die Teilnehmer in angeregte Gespräche eintauchen. Sie diskutierten über eine Vielzahl interessanter Themen, wie Future Materials, Sensors, Digital Twins, Living Labs, Simulation Systems und Justice. Die Interaktion und die wechselnden Diskussionsrunden trugen dazu bei, dass verschiedene relevante Beispiele identifiziert werden konnten.
Am zweiten Tag wurden die Inhalte des organisierenden HAWICCs in Hamburg vorgestellt. Die aufschlussreichen Vorträge gaben einen guten Einblick in die Aktivitäten des Hamburgers DZM-Projektstandortes. Vielen Dank an die Kollegen in Hamburg für die zwei wertvollen Tage in der HafenCity. Wir freuen uns auf das nächste Hot Topic Seminar in Minden am 8. und 9. Oktober!
Vom 19. bis 23. Mai 2025 stand der Rail Campus OWL in Minden ganz im Zeichen von Innovationen, Nutzerzentrierung und Teamarbeit: Zehn engagierte Auszubildende und Studierende nahmen an der RailWeek OWL 2025 teil, um im Rahmen eines fünftägigen Ideensprints kreative Lösungen rund um den Bahnhof der Zukunft zu entwickeln.
Unter dem Leitthema „User Experience: Innovative Lösungsansätze für den Bahnhof der Zukunft“ arbeiteten die Teilnehmenden intensiv daran, die Bedürfnisse zukünftiger Bahnhofsbesucherinnen und -besucher besser zu verstehen und daraus konkrete Ideen abzuleiten. Die RailWeek OWL bot dazu ein methodisch fundiertes Workshop- Programm, das unter anderem Module wie Pain Point-Analyse, Persona-Entwicklung, die Value Proposition Canvas, das Business Model Canvas sowie ein gezieltes Pitch-Training umfasste. Die jungen Talente entwickelten unter professioneller Begleitung ihre Ideen schrittweise weiter – von der ersten Beobachtung bis hin zum überzeugenden Pitch.
Begleitet wurde die Woche von einem praxisorientierten und erlebnisreichen Rahmenprogramm: Ein Ausflug ins Extertal ermöglichte den Teilnehmenden eine exklusive Mitfahrt im zukunftsweisenden MONOCAB – einem autonomen, spurgeführten Einzelfahrzeug für den ländlichen Raum. Schon die Anreise mit einer Draisine sorgte für Teamgeist und Begeisterung. Das direkte Erleben innovativer Mobilitätslösungen diente nicht nur der Inspiration, sondern zeigte eindrucksvoll, wie Zukunftstechnologien in der Praxis aussehen können.
Höhepunkt der Woche war der abschließende Pitch-Day, bei dem die Teilnehmenden ihre Konzepte vor einer fachkundigen Jury präsentierten:
1. Digitale Tische und Bänke mit Ladefunktionen – Sitzgelegenheiten am Bahnhof, die Komfort, Konnektivität und Aufenthaltsqualität steigern.
2. Laufwegtracking zur Datengenerierung – eine Lösung zur anonymisierten Analyse von Bewegungsströmen, um Bahnhofsinfrastruktur gezielter zu optimieren.
3. Anreizsystem zur Müllvermeidung – ein digital gestütztes Belohnungssystem, das Reisende motivieren soll, Bahnhöfe sauber zu halten. „Die Teilnehmenden haben in nur fünf Tagen beeindruckende Ergebnisse erzielt.
Die Kombination aus methodischer Tiefe, praxisnaher Arbeit und kreativer Energie war wirklich bemerkenswert“, sind sich die Verantwortlichen einig. „Es war viel Arbeit – aber es hat auch viel Spaß gemacht und die Entwicklung der Ideen ist immer wieder spannend zu beobachten. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie viel Potenzial in jungen Köpfen steckt, wenn man ihnen den Raum gibt, Ideen zu entwickeln und gemeinsam Zukunft zu gestalten.“
Die RailWeek OWL 2025 war nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Bildung, Praxis und Innovation sinnvoll miteinander verbunden werden können. Die entwickelten Konzepte sollen in den kommenden Monaten weiterverfolgt und – womöglich – in realen Pilotprojekten getestet werden.
RailCampus OWL setzt wichtige Impulse für automatisierten Schienenverkehr auf Wissenschaftsforum in Duisburg
Unter dem Motto „Solving Conflicts on the Way to Sustainable Mobility“ kamen auf dem diesjährigen Wissenschaftsforum Mobilität in Duisburg rund 400 hundert Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen. Der RailCampus OWL war über enableATO und das IFE mit zwei wissenschaftlichen Vorträgen sowie zwei Posterbeiträgen prominent vertreten und gab damit wichtige Impulse für die Zukunft des automatisierten Schienenverkehrs. Die Konferenz in Duisburg wurde vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre & Internationales Automobilmanagement der Universität Duisburg-Essen organisiert.
In der ersten Session (10:30-12:00) präsentierte Raphael Hanselle stellvertretend für das Team um Prof. Dr.-Ing. Rainer Rasche und Maximilian Lammersen von der TH OWL im Track 4 „IT and Services for Mobility“ das Framework für das Testen von automatisierten Schienenfahrzeugen als zweiten von vier Vorträgen der Session. Der Beitrag zeigte auf, wie modulare Testarchitekturen helfen können, automatisierte Bahnkonzepte effizienter zu entwickeln und zu validieren. Es ist ein zentrales Thema des RailCampus-Projekts enableATO des Deutschen Zentrums für Mobilität der Zukunft (DZM) in Minden. In dem Forschungsprojekt werden automatisierte Fahrzeuge wie MONOCAB oder das Zweiwegefahrzeug aus dem Projekt AuToRail OWL eingesetzt.
Zusätzlich erklärte Omar Gamal, der unter der Leitung von Prof. Dr.‑Ing. Ulrich Büker forscht, die Nutzung synthetischer Daten zur verbesserten Generalisierung von Systemen für den autonomen Zugbetrieb (Titel: Autonomous Train Operation – Emerging Trends and Strategies for Enhancing Real-World Generalization with Synthetic Data). Das Thema bildete den ersten von fünf Vorträgen in der zweiten Session (12:30-14:00) des Track 4. Beide Beiträge unterstrichen die Relevanz datengetriebener Methoden für die Entwicklung zukunftsfähiger Bahnkonzepte.
Wissen sichtbar machen: Posterbeiträge im Knowledge Café
Ergänzt wurden die Vorträge durch zwei Posterbeiträge mit Projektbezug im Knowledge Café, das gezielt zur Vertiefung von Gesprächen mit interessierten Fachbesucher:innen genutzt wurde. Dabei kam Jana Dreischalück, als wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSBI an der Akzeptanzforschung in dem enableATO-Projekt beteiligt, zu einem konstruktiven Austausch mit den Teilnehmern in den Fragerunden im Anschluss an die Vorträge. Ihr Poster unter dem Titel „Akzeptanzforschung autonomer Schienenfahrzeuge für den ländlichen Raum“ zeigte erste richtungsweisende Einblicke aus den Nutzerbefragungen und skizzierte die nächsten Schritte der verhaltenswissenschaftlichen Forschung im Rahmen des technikgetriebenen Projekts.
Nicht weit vom enableATO-Poster entfernt präsentierte sich ein vertrauter Sparringspartner aus dem Institut für Energieforschung (iFE) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), vertreten durch Hauke Hering und Guido Langer. In dem Posterbeitrag „Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für Mobilität im ländlichen Raum“ wurden drei Lösungsansätze für dieses Zielvorhaben vorgestellt – darunter auch das im Projekt enableATO erforschte MONOCAB.
Treffen mit Partnern aus dem DZM-Verbund
Die enableATO-Teilnehmer trafen sich in Duisburg mit Partnern aus dem DZM-Verbund. Im Track 5 hielt in der Session „Bewertung nachhaltiger Mobilität“ Prof. Dr. Uwe Götze (Standortleiter DZM Standort Annaberg-Buchholz, TU Chemnitz) einen Vortrag zum Thema „Indikatorbasierte Nachhaltigkeitsbewertung ‑ Herausforderungen bei der Anwendung auf Mobilitätsangebote im ländlichen Raum“. Er war auch eingeladen den Track 5 in der abschließenden Podiumsdiskussion zusammenzufassen.
Anschließend an den Vortrag von Raphael Hanselle in Track 4, war Clara Aulich mit „MobileCity für Europa“ an der Reihe. Mit Ihrem Team der Fraunhofer ISI ist sie am Karlsruher Projekt C2C Bridge beteiligt. Parallel stellte in Track 3 „Urban Mobility“ Dr. Dorien Duffner‑Korbee aus dem gleichen Team Strategien für verkehrsreduzierte Städte vor.
Der Fokus des Wissenschaftsymposiums
Den Auftakt des 17. Wissenschaftssymposiums in Duisburg bildete das Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, gesellschaftlicher Akzeptanz und politischen Rahmenbedingungen.
In der Begrüßung richtete Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen, den Begriff der Ambiguität in den Mittelpunkt. Sie beschrieb die Transformation der Mobilität als vielschichtigen Aushandlungsprozess, der technische Innovationen in gesellschaftlich tragfähige Kontexte einbetten müsse. Der Schlüssel: bei „anspruchsvollen gesellschaftlichen Transformationsfragen […] Technische Innovationen in ein Netz der Akzeptanz einweben“.
Prof. Dr. Kienle, als Vertreterin des NRW-Wissenschaftsministeriums, betonte die Bedeutung von Mobilität als Standortfaktor. Das Wissenschaftsforum bilde den „Schulterschluss“ zwischen Forschung, Praxis und politischen Rahmenbedingungen. Sie verwies auf die strategischen Ziele der Landesregierung: klimafreundliche Technologien, ÖPNV-Ausbau und Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur. Der Austausch in Duisburg diene dabei auch der gezielten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den MINT-Fächern.
Den visionären Kontrapunkt setzte Zukunftsforscher Lars Thomsen. Er forderte dazu auf, Utopien zuzulassen, um den Status quo zu hinterfragen, und plädierte für ein Denken „über Systemgrenzen hinweg“ – auch die systemisch definierten Grenzen der Einzeldisziplinen. Innovation müsse als Einladung verstanden werden – angenommen werde sie nur dann, wenn sie das Leben spürbar verbessere. Die nächsten fünf Jahre seien entscheidend, insbesondere unter dem Einfluss von KI, die er als „symbiotische Intelligenz“ im Zusammenspiel mit menschlichem Urteilsvermögen sehen möchte.
Bei der Podiumsdiskussion nutzte die Moderatorin, Prof. Dr. Margret Borchert, MUT als Akronym für das richtige Mindset, (mutiges) Unternehmertum und Technologieoffenheit. Dazu stellten die vier Diskutanten jeweils ihre eigene Perspektive dar: der Makroökonom Prof. Dr. Michael Roos beschrieb einen deutschen Mobilitätsmarkt, der bekanntermaßen und problematischerweise autozentriert und individualisiert ist. Es brauche politischen Mut für richtige Push und Pull Faktoren, nachdem die Synergie von Lobby und Politik die Autoindustrie bislang ausbremst.
Zukunftsforscher Lars Thomsen betonte, dass Partikularinteressen aktuell zu stark vertreten sind. Auch er kritisierte die Lobby und wünscht sich eine übergeordnete Denkfabrik für visionäre Ideen in Deutschland.
Utz Rachner, Country Manager Germany, SAIC MAXUS Europe SARL (eine Automarke aus der Volksrepublik China), versuchte die Perspektive der Autoindustrie zu skizzieren, insbesondere hinsichtlich der Elektrifizierung. Er benannte ein Austarieren zwischen bereits chinesischen Fahrzeugen, die bereits gut skaliert sind, und der EU-Konkurrenz. Das stärkere Problem sieht er jedoch in der Energieversorgung im Land und damit in der Attraktivität des Angebots, vor allem bei großen Reichweiten. Er wünscht sich Flexibilität in der Technologie für die ebenso flexiblen Bedarfe.
Roland Werner von Uber betonte die Rolle smarter Plattformen in der zukünftigen Mobilitätslandschaft. Das Smartphone sei zum „neuen Auto“ geworden – im Sinne individueller, vernetzter Mobilitätsangebote und auch in der Verteilung finanzieller Ressourcen im Privathaushalt. Gleichzeitig wies er auf regulatorische Hürden hin, die Innovation in Deutschland ausbremsen. Neue Instrumente seien gefragt – etwa zur Kombination von Mobilität und Logistik, wie am Beispiel der Uber-Partnerschaften mit dem Einzelhandel deutlich wurde.
Podiumsdiskussion zum Abschluss
In der abschließenden Podiumsdiskussion, die von Gregor Soller moderiert wurde, wurden die fünf unterschiedlichen Sichtweisen auf nachhaltige Mobilität herausgearbeitet.
Prof. Dr. Helena Wisbert (Ostfalia Hochschule Wolfsburg) erklärt, dass im Mobility Management die ökonomische Perspektive sehr zentral diskutiert wurde, man gleichzeitig dazu aber auch den Mehrwert der effizienten Ressourcennutzung in einer Circular Economy für monetäre Ziele erkennt
Prof. Dr.‑Ing. Benedikt Schmülling (Uni Wuppertal) erlebte im Track Mobility Engineering die erwartbare Technik Zentrierung auf mögliche Lösungen im Mobilitätsangebot.
Prof. Dr. Jens S. Dangschat (TU Wien) legte für den Bereich der Urban Mobility einen starken Fokus auf die soziale Nachhaltigkeitsfacette, die er mit Rebound Effekten und Umsetzungsdefiziten, sowie fehlendem politischen Willen untermauerte.
Prof. Dr. Pedro J. Marrón (Uni Duisburg-Essen) grenzte zu seinem Vorredner den Bereich IT and Services for Mobility ab, in dem datengetriebene Testmöglichkeiten deutlich mehr „trial and error“ erlauben. Er plädierte zurückkehrend auf den Track 2 auch dafür, dass technologiegetriebenes Denken auch den entscheidenden Schritt on die nächste Generation erst anstößt.
Prof. Dr. Prof. h. c. Uwe Götze (TU Chemnitz) fasste anschließend die Ergebnisse des Track Competition and Support for Mobility zusammen. Die Diskussionen im Track aber auch auf der Bühne zeigten, dass Entscheidungsunterstützung oftmals nur ein Teilbereich in der Mobilitätsplanung und -forschung ist und die häufig fokussierte Ökonomie die andere Säule der Nachhaltigkeit vernachlässigt. Dazu regte er an, dass auch die Nachhaltigkeitsbewertung in Unternehmen und Projekten idealerweise nicht in den Teilbereichen getrennt und in der Regel mit Datendoppelerfassung gegliedert ist, sondern eine gleichzeitige Betrachtung der Perspektiven besser zum Ziel führt.
Bilder:
Raphael Hanselle (TH OWL) während seiner Präsentation „Framework für das Testen von automatisierten Schienenfahrzeugen“.
Jana Dreischalück (HSBI) bei Ihrem Posterbeitrag „Akzeptanzforschung autonomer Schienenfahrzeuge für den ländlichen Raum“.
enableATO/DZM auf Wissenschaftsforum Mobilität Duisburg
enableATO/DZM ist mit einem spannenden Fachvortrag beim 17. Wissenschaftsforum Mobilität am 15.05.2025 in Duisburg vertreten. Raphael Hanselle, M.Sc. Fachgebiet Mechatronik und Elektromechanik der TH OW hält einen Vortrag im Bereich Mobility Engineering mit dem Titel „Framework für das Testen von automatisierten Schienenfahrzeugen“. Rund 400 Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kommen im Duisburger CityPalais zusammen, um über Forschungsergebnisse, technische Innovationen und gesellschaftliche Entwicklungen zu diskutieren. Organisiert wird die Konferenz vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre & Internationales Automobilmanagement der Universität Duisburg-Essen.
Stillgelegte Bahngleise im ländlichen Raum eignen sich ideal, um den Straßenverkehr zu entlasten und das Transportangebot für Personen und Güter zu verbessern. Hierzu existieren einige Forschungsprojekte, die auf den Verkehrsträger Bahn setzen und vorhandene Infrastruktur mit moderner Technik effektiv und flexibel reaktivieren. Beispielhaft sind hier die Projekte MONOCAB OWL und AuToRail OWL. Beide Fahrzeuge sind in das Forschungsprojekt enableATO des Deutschen Zentrums für Mobilität der Zukunft in Minden eingebunden.
MONOCAB ermöglicht durch Kreiselstabilisierung als Einschienenfahrzeug den Gegenverkehr auf eingleisigen Strecken. AuToRail kann die „letzte Meile“ von der Bahn über die Straße zu einem Ziel überbrücken. Für einen effizienten Betrieb müssen beide Fahrzeuge autonom bzw. automatisiert fahren können, um Personal und Kosten zu sparen.
Die Absicherung autonomer Fahrzeuge mittels Tests ist entscheidend für die Sicherheit und Akzeptanz. Derartige Tests sind jedoch sehr aufwändig bei der Erstellung, Durchführung und Auswertung. Daher bietet es sich an, möglichst eine gemeinsame Methodik und Werkzeugkette zu nutzen. Darüber hinaus lassen sich gemeinsame Funktionen der beiden Fahrzeuge AuToRail und MONOCAB, beispielsweise beim automatisierten Fahrsystem identifizieren. Hierfür können Testszenarien generisch entwickelt und für beide Projekte eingesetzt werden.
Der Beitrag von Raphael Hanselle stellt ein Framework für den szenariobasierten, simulativen Test solcher autonomen Fahrzeuge vor. Das beinhaltet die Erfassung relevanter Testszenarien, die Erstellung der benötigten Komponenten für die Simulation (Modelle, 3D-Assets etc.) sowie die Verwaltung und Automatisierung des Testablaufs und der Auswertung der Tests auf Basis relevanter Kenngrößen (KPIs). Die Implementierung dieses Frameworks wird anhand eines Beispielszenarios skizziert. Co-Autoren dieses Beitrags sind Maximilian Lammersen und Rainer Rasche, beide von der TH OWL.
DZM-Standort Minden auf dem UITP Summit in Hamburg
Gemeinsam mit den Standorten des Deutschen Zentrums für Mobilität der Zukunft (DZM) Hamburg und Annaberg-Buchholz präsentiert sich Minden auf dem UITP Summit in Hamburg. Vom 15. bis 18. Juni 2025 trifft sich hier die Welt des öffentlichen Personennahverkehrs. Der DZM-Standort Minden ist mit einem Messestand und dem MONOCAB dabei. Das MONOCAB ist Teil des Forschungsprojektes enableATO/DZM.
Der UITP Summit ist eine viertägige Messeveranstaltung, auf der die neuesten Innovationen, Lösungen und Produkte von den wichtigsten Akteuren des öffentlichen Personennahverkehrs vorgestellt und präsentiert werden. 300 Aussteller und 340 Referenten treffen auf über 10.000 Fachbesucher aus dem ÖPNV. Die DZM-Standorte befinden sich gemeinsam auf einer Fläche in den Hamburger Messehallen: Halle A, Stand A 1700, “Research + Innovation Area”.
Wir laden Sie herzlich ein, unseren Stand zu besuchen.
Fast Halbzeit im Forschungsprojekt „Automatisierter Schienenverkehr als Basis für eine nachhaltige und vernetzte Mobilität in ländlichen Räumen“, kurz enableATO. Am 30. April zogen rund 50 Projektbeteiligte aus den verschiedenen Teilprojekten am DZM-Standort Minden Zwischenbilanz und das treffende Fazit lautet: Die Weichen sind gestellt.
In Kurzvorträgen mit anschließender Diskussion wurden die Teilprojekte dargestellt und Ziele, bereits erreichte Ergebnisse und Herausforderungen thematisiert. In den technischen Bereichen wie Perzeption, Objekterkennung, Intelligente Regelung, den Demonstratoren aber auch im Bereich Nutzerakzeptanz kamen die Herausforderungen im Bereich Reisezeit, Sicherheit, Energie und Komfort regelmäßig zur Sprache. Formate im Bereich Wissenschaftsdialog, wie der Audioguide und die RailWeek wurden vorgestellt. Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmer über die Publikationsmöglichkeiten, die standortübergreifende Zusammenarbeit der DZM-Partner in Annaberg-Buchholz, Hamburg und Karlsruhe sowie weiterführende Forschungsansätze.
Und wieder kommen wir zu dem Schluss: Wir haben Freude am Forschen im System Bahn!
RailWeek OWL 2025: User Experience im Fokus – Innovative Lösungsansätze für den Bahnhof der Zukunft
Mit dem Rail Campus OWL entsteht in Minden ein einzigartiges Innovationsökosystem zum Themenfeld der schienengebundenen Mobilität der Zukunft. Befeuert von den Ideen der vier in OWL verorteten Hochschulen – Universität Bielefeld, Hochschule Bielefeld, Universität Paderborn und Technische Hochschule OWL werden hier aktuelle Top-Treiber der Forschung als Vehikel für die Vermittlung von Bildungsinhalten genutzt. Um den Rail Campus OWL kontinuierlich mit Leben zu füllen, wird das Institut für Wissenschaftsdialog der Technischen Hochschule OWL in enger Kooperation mit allen am Rail Campus OWL beteiligten Partnern vom 19.-23. Mai 2025 die bereits vierte RailWeek OWL auf dem Betriebsgelände der DB-Systemtechnik GmbH in Minden durchführen.
Inhaltlich liegt dieser interdisziplinären Projektwoche der Ansatz eines Design-Sprints zu Grunde. Es handelt sich dabei um ein strukturiertes Methodentraining, in dem tageweise spezifische Inhalte der Ideen-Fokussierung, des Aufstellens und Testens von Hypothesen, der Generierung von Geschäftsmodellen, des Entwickelns von Prototypen-Lösungen und der Erstellung von zugehörigen Pitch-Präsentationen zur Verfügung gestellt werden.
Als Leitmotiv für die Veranstaltung wird in diesem Jahr der Titel „User Experience im Fokus – Innovative Lösungsansätze für den Bahnhof der Zukunft“ fungieren. Für die Teilnehmenden ist die gesamte Veranstaltung inkl. Kost und Logis kostenlos. Anmelden können sich Studierende aller vier beteiligten Hochschulen, Auszubildende der am Rail Campus OWL beteiligten Unternehmen sowie alle interessierten Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler der in den Kreisen Minden-Lübbecke und Lippe verorteten Schulen.
Im Rahmen eines fünftägigen Designsprints zum Thema „Mobilität der Zukunft“ durchlaufen die Teilnehmenden in dieser Woche einen strukturierten Innovationsprozess. Der Auftakt erfolgt am Montag mit ersten einführenden Workshops, in denen die Teilnehmenden einen Überblick über den Ablauf der Woche erhalten und sich untereinander besser kennenlernen. In einem ersten Schritt werden an diesem Tag relevante Herausforderungen identifiziert, die im weiteren Verlauf der Veranstaltung bearbeitet werden.
Die darauffolgenden Tage stehen ganz im Zeichen der intensiven Projektarbeit. Diese reicht von der Erstellung projektspezifischer Personas über die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle bis hin zur Ausarbeitung eines Abschlusspitches. Am Freitag werden die erarbeiteten Ergebnisse im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung einer Fachjury präsentiert. Die Teilnehmenden bekommen während dieser Woche einen umfassenden Einblick in die Methodik und den Ablauf eines vollständigen Designsprints.
Ergänzt wird das Programm durch ein vielfältiges Rahmenprogramm: ein besonderes Highlight stellt die exklusive Mitfahrt im MONOCAB sowie ein Nachmittag auf der Draisinenstrecke dar. Abgerundet wird die Woche durch spannende Fachvorträge potenzieller zukünftiger Projektpartner sowie durch ein vielfältiges Angebot und viel Spaß rund um den Bahnhof in Minden.
Eine Anmeldung ist noch bis zum 8. Mai 2025 bei Miriam Hanke (miriam.hanke@th-owl.de oder 05261 – 702 5987) möglich.
Die RailWeek OWL ist ein gemeinsames Projekt aller am Rail Campus OWL beteiligten Partner und Hochschulen. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung kann somit institutionsübergreifend stattfinden und ist wünschenswert.
Die Veranstaltung „Neue Mobilität im ländlichen Raum“ am 29. März in Kranenburg an der niederländischen Grenze bei Nijmegen beschäftigt sich mit den Problemen und Herausforderungen der Mobilität im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt der Fachtagung, die am Samstag um 14.00 Uhr beginnt, stehen das MONOCAB und seine Einsatzmöglichkeiten.
RailCampus OWL-Geschäftsführer Thore Arendt hält einen Kurzvortrag über „Herausforderungen und Entwicklungstendenzen des Schienenverkehrs bis 2035“. Thorsten Försterling, Ideengeber des MONOCAB und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, spricht im Bürgerhaus in Kranenburg über die „Geschichte und den aktuellen Stand der Entwicklung des MONOCAB an der TH OWL“. Hierzu lädt das Forschungsprojekt „MONOCAB Rijn-Waal“ ein. Einen Tag vorher, am 28. März, können Interessierte das MONOCAB bei einer exklusiven Besichtigung und Probefahrt in Dörentrup live erleben. Veranstalter sind hier die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe und das Forschungs- und Transferzentrum TRiNNOVATION.
Unter dem Motto „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Forschung“ untersucht die Hochschule Rhein-Waal zusammen mit dem Verkehrsplanungsbüro Loedersloot Consultancy aus Nijmegen und einem engagierten Unterstützerkreis aus Bürgerinnen und Bürgern den grenzüberschreitenden Mobilitätsbedarf und die gesellschaftliche Akzeptanz von neuen, innovativen Verkehrskonzepten. Gerade vor diesem Hintergrund und der jahrelangen und festgefahrenen Diskussion über eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke von Kleve über Kranenburg und Groesbeek (NL) bis nach Nijmegen, erscheint das MONOCAB vielversprechend.
Interessierte aus Kleve und Umgebung können das MONOCAB am 23. Mai live als Testperson für die KI-Akzeptanzforschung der Hochschule Rhein-Waal erleben. Die Hochschule möchte herausfinden, wie und unter welchen Rahmenbedingungen eine neue Technologie wie das MONOCAB mit einem autonom fahrenden und KI-gesteuerten Fahrzeug von den Nutzerinnen und Nutzern angenommen wird.
Für die spezielle Grenzsituation sucht die Hochschule insbesondere auch Probanden aus den Niederlanden. Es soll herausgefunden werden, ob die verschiedenen Aspekte auf beiden Seiten der Grenze ähnlich gesehen werden oder ob sich die Interessenlage hier unterscheidet. Für ein grenzüberschreitendes Mobilitätsangebot ist dies ein entscheidender Faktor.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie unter: