Vier Tage Berlin, zahlreiche Gespräche und viele neue Impulse für die Zukunft der Schiene: Auf der InnoTrans 2026 hat der RailCampus OWL gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum Mobilität (DZM) und MONOCAB gezeigt, wie vielfältig die Themen sind, die die Bahnbranche heute und in Zukunft bewegen.
Vom 22. bis 25. September wurde der Gemeinschaftsstand in Halle 2.2 zum Treffpunkt für Mitglieder, Partner, Fachpublikum und Interessierte. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur technologische Entwicklungen, sondern vor allem die Menschen dahinter: diejenigen, die forschen, entwickeln, lernen, ausbilden und neue Ideen in die Praxis bringen.
Nachwuchs und Karriere: Die Zukunft der Schiene braucht Menschen
Ein Schwerpunkt des RailCampus-Programms lag auf der Nachwuchsförderung. In zwei Standgesprächen ging es darum, wie junge Menschen für die Bahnbranche begeistert werden können und welche Wege in eine Karriere im Schienensektor führen.
Zum Auftakt diskutierte Thore Arendt mit Malte Hofmann von HARTING, Peter Risthaus von der Norddeutschen Eisenbahnfachschule und Annabell Lee Brinkmeier vom RailCampus OWL über Nachwuchsförderung im Schienensektor. Dabei standen Praxisnähe, Ausbildung, Innovation und die Frage im Mittelpunkt, wie frühzeitig Begeisterung für die vielfältigen Berufsfelder rund um Bahntechnik und Mobilität geweckt werden kann.
Am zweiten Messetag rückte der persönliche Karriereweg in den Mittelpunkt. Johannes Reinholz und Vadim Sackhov, beide Studierende des Studiengangs Digitale Bahnsysteme, sowie Jana Meißner von DB Systemtechnik berichteten über ihre Erfahrungen mit Ausbildung, Studium und Berufseinstieg. Die Gespräche machten deutlich: Die Zukunft der Schiene entsteht nicht allein durch neue Technologien. Sie braucht Menschen, die diese Technologien entwickeln, anwenden und weiterdenken.
Autonome Schienensysteme: Technik trifft Akzeptanz und Regulierung
Am dritten Messetag ging es um autonome Schienensysteme. Gemeinsam mit Thorsten Försterling von MONOCAB und Thomas Sax von DB Systemtechnik diskutierte Thore Arendt über die technischen Möglichkeiten, aber auch über gesellschaftliche und rechtliche Voraussetzungen für den Einsatz autonomer Systeme.
Dabei wurde deutlich, dass technische Entwicklung allein nicht ausreicht. Für neue Mobilitätskonzepte braucht es ebenso Akzeptanz bei den Menschen und geeignete rechtliche Rahmenbedingungen. Gerade für innovative Lösungen im ländlichen Raum stellt sich damit die Frage, wie technische Möglichkeiten, gesellschaftliche Anforderungen und regulatorische Voraussetzungen zusammengebracht werden können.
MONOCAB und enableATO: Forschung auf dem Weg in die Anwendung
Ein besonderer Moment der InnoTrans war der Besuch von Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, am Gemeinschaftsstand von DZM, RailCampus OWL und MONOCAB.
Im Mittelpunkt standen der aktuelle Entwicklungsstand des MONOCAB und die Ergebnisse des Forschungsprojekts enableATO. Die im Projekt entwickelten technologischen Grundlagen für Wahrnehmung, Lokalisierung, Hinderniserkennung und autonome Steuerung schaffen wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung und Erprobung des MONOCAB.
Damit wurde am Stand beispielhaft sichtbar, wie Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Projekten zusammengeführt und Schritt für Schritt in Richtung praktischer Anwendung weiterentwickelt werden können.
Ein starkes Netzwerk lebt vom persönlichen Austausch
Neben dem offiziellen Programm bot die InnoTrans zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Begegnungen. Beim gemeinsamen Mitgliederfrühstück des RailCampus OWL kamen die Netzwerkmitglieder in entspannter Atmosphäre zusammen, tauschten sich aus und starteten gemeinsam in den Messetag. Gerade diese persönlichen Gespräche und die Zeit füreinander sind ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen Netzwerks.
Auch darüber hinaus standen zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern, Partnern und weiteren Akteuren der Bahnbranche auf dem Programm. Die InnoTrans zeigte einmal mehr, wie wertvoll der direkte Austausch für neue Ideen, Kooperationen und gemeinsame Projekte ist.
27. Schienengespräch: Chancen autonomer Lösungen im ländlichen Raum
Den Abschluss des RailCampus-Programms bildete das 27. Schienengespräch, das am Freitag digital vom DB-Pavillon aus stattfand. Prof. Dr.-Ing. Stefan Witte von der TH OWL und dem DZM-Projekt enableATO sowie Prof. Dr.-Ing. Henning Strauß von der HAW Kiel diskutierten über die Chancen autonomer Lösungen für den Schienenverkehr in ländlichen Räumen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Möglichkeiten autonome Bahnlösungen dort bieten können, wo klassische Mobilitätsangebote an ihre Grenzen stoßen. Das Gespräch knüpfte damit unmittelbar an die Diskussionen der Messetage an und zeigte, wie neue Technologien dazu beitragen können, Mobilität flexibler und bedarfsgerechter zu gestalten.
Welche Innovation braucht die Bahn?
Eine weitere Aktion des RailCampus OWL brachte die Perspektiven verschiedener Akteure der Branche zusammen: Im Rahmen eines Kettenbriefs auf der InnoTrans wurde die Frage gestellt, welche Innovation der Bahnsektor braucht, um zukunftsfähiger, zuverlässiger und moderner zu werden.
Die Antworten fielen unterschiedlich aus: Von schnelleren Innovations- und Zulassungsprozessen über Akzeptanz und verlässliche Finanzierung bis hin zu einer stärkeren Vernetzung von Systemen und Prozessen. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven zeigen, dass es nicht die eine Innovation gibt, die die Zukunft der Bahn bestimmt. Fortschritt entsteht vielmehr dort, wo Wissen, Erfahrungen und Menschen miteinander verbunden werden.
Vier Tage InnoTrans – viele Impulse für die Zukunft
Die InnoTrans 2026 hat für den RailCampus OWL einmal mehr gezeigt, wie wichtig Vernetzung für die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs ist. Nachwuchsförderung, Studium, Forschung, Automatisierung, neue Mobilitätskonzepte und der Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis gehören zusammen.
Die vier Messetage in Berlin haben zahlreiche Gespräche angestoßen, neue Kontakte ermöglicht und bestehende Verbindungen gestärkt. Viele der Impulse werden über die Messe hinaus weiterwirken – in Projekten, Kooperationen und im persönlichen Austausch innerhalb des RailCampus-Netzwerks.
Denn Zukunft entsteht nicht durch eine einzelne Idee. Sie entsteht, wenn Menschen ihre Perspektiven zusammenbringen.
Wir vernetzen Ideen.