Herzliches Willkommen für die neuen Studierenden auf dem RailCampus in Minden

Der erste Tag in einer neuen Umgebung ist immer aufregend. So auch für die Erstsemester des Bachelorstudiengangs Digitale Bahnsysteme am RailCampus in Minden. Die Campusmanager Judith Amelung und Hüseyin Demir hatten die neuen Studierenden, die zum Wintersemester 2024/2025 am 7. Oktober starten werden, am 1. Oktober auf den RailCampus eingeladen.

Sie erhielten alle Informationen, die sie für den Start ihres Studiums benötigen: Zugang zum Campus und zu den Gebäuden, Stundenplan, Sicherheitseinweisung. Darüber hinaus können die Studierenden an den Freizeitveranstaltungen zum Studienstart auf dem Campus Minden teilnehmen und die anderen Studierenden und die Stadt Minden besser kennenlernen.

Prof. Rolf Naumann begrüßte die Studierenden im Namen der HSBI und stellte den RailCampus OWL e.V. vor. Dass das Studium praxisnah ist, wurde deutlich, als der Informationstag mit einer kleinen Führung über das Gelände verbunden wurde. Der RailCampus befindet sich auf dem Gelände der DB Systemtechnik und hat somit direkten Zugang zum System Bahn, was Praxisnähe in allen Bereichen garantiert. 

Vier erfolgreiche Tage auf der InnoTrans in Berlin

Eine gute Mischung aus informativen Gesprächen, interessierten Besuchern und fachlichem Austausch führte zu beeindruckenden Ideen und spannenden Kontakten, die Lust auf weitere Zusammenarbeit machen. Es waren vier ereignisreiche Tage vom 24. bis 27. September in Berlin und für den RailCampus OWL/HSBI-Gemeinschaftsstand im RecruitingLab hat sich die InnoTrans-Messe mehr als gelohnt. Einer der Höhepunkte war der Vortrag von Prof. Rolf Naumann von der Hochschule Bielefeld, der mit seinen Ausführungen zum RailCampus, zur Forschung im Projekt DZM und zum Studiengang Digitale Bahnsysteme viele Zuhörer auf die Bühne des RecruitingLabs lockte.

Am Freitag war das Schienengespräch, das immer am letzten Freitag im Monat von 13.00 bis 14.00 Uhr stattfindet, live auf der InnoTrans in Berlin am Gemeinschaftsstand der Deutschen Bahn zu erleben. Moderator war Dr. Lars Müller (Leiter Business Line Prüfdienstleistungen, DBSystemtechnik). Mit Dr. Miroslav Obrenovic (Leiter Digitalisierung Instandhaltung, Projekte und Portfoliomanagement Deutsche Bahn AG) und Tadeusz Szczepaniak (Leiter Instandhaltungssysteme und IH-Consulting, DBSystemtechnik GmbH) diskutierte er zum Thema „Instandhaltungsoptimierung – sicher, effizient, digital“. Die Diskussion über den Wandel in der Instandhaltung und die damit verbundenen Herausforderungen war ein gelungener Abschluss der InnoTrans.

DB InfraGo ist neues Mitglied im RailCampus  

Der RailCampus OWL hat Zuwachs bekommen. Mit der DB InfraGo – Abteilung Maschinenpool & Fahrwegmessung als Netzwerkpartner begrüßen wir ein weiteres Tochterunternehmen der Deutsche Bahn als Mitglied im RailCampus. Die DB InfraGo AG Fahrwegmessung hat ihren Sitz auf dem DB-Gelände in Minden und beschäftigt 97 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die DB InfraGo Fahrwegmessung ist ein wichtiger Bestandteil des DB-Standortes an der Pionierstraße in Minden und möchte dies durch die Mitgliedschaft unterstreichen. Der RailCampus ist eine spannende Organisation, die wir gerne mit unserem Know-how im Bereich Eisenbahninfrastruktur unterstützen“, sagt Stefan Gundlach, Leiter Fahrwegmessung der DB InfraGo AG. „Wir werden uns an den interessanten Projekten im Bereich Lehre, Forschung und Wissenstransfer, die am RailCampus laufen, aktiv beteiligen und den Schwerpunkt Infrastruktur vorantreiben. Natürlich freuen wir uns auch über die Präsentation als attraktive Arbeitgeberin für (neue) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.

Erfolgreicher Abschluss der RailWeek OWL 2024 – Zukunftsweisende Ideen für die Mobilität von Morgen

Die RailWeek OWL 2024 ist mit einer eindrucksvollen Abschlusspräsentation im Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen erfolgreich zu Ende gegangen. Unter dem Motto: „Future Mobility – die Auswirkungen der Digitalisierung auf die zukünftigen Herausforderungen im Personenverkehr“ haben 15 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Disziplinen gemeinsam innovative Lösungsansätze für die moderne Mobilität der Zukunft erarbeitet. Eine Woche lang haben die Teilnehmenden am Rail Campus OWL in Minden einen Design Sprint zu dem Thema durchlaufen, dessen Fokus darauf lag, innerhalb kürzester Zeit Ideen zu generieren, diese in einem nächsten Schritt zu validieren und am Ende der Woche in einem feierlichen Rahmen zu präsentieren. Die RailWeek OWL ist ein Gemeinschaftsprojekt aller am Rail Campus OWL verorteten Partner und wurde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge erfolgreich durchgeführt.

Eine Woche voller Kreativität und Innovation
Fünf Tage lang haben die Teilnehmenden in unterschiedlichen Workshops, Brainstorming-Sessions und intensiver Teamarbeit kreative Konzepte entwickelt, die die Mobilität der Zukunft in ein völlig neues Licht rücken. Schon am ersten Tag standen Fragen im Raum wie: Wie lässt sich der ländliche Raum besser an das öffentliche Verkehrsnetz anbinden? oder Wie kann der ÖPNV ökologischer und attraktiver gestaltet werden? Unter der Anleitung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft haben die Teams in dieser Zeit ihre Ideen erarbeitet – immer vor dem Hintergrund, die Konzepte kundenorientiert zu gestalten. Mit Hilfe verschiedener Design Thinking Tools wie beispielsweise einem Persona-Workshop oder der Entwicklung eines Value Proposition Canvas wurden die Ideen kontinuierlich weiterentwickelt und konkretisiert.

Zakaria Menasra, Teilnehmer der diesjährigen RailWeek OWL fasste seine Erfahrung während der Woche treffend zusammen: „Vor ein paar Tagen hatte ich noch kein Ziel vor Augen und wusste nicht, was mich die Woche erwartet, aber jetzt habe ich eine klare Vision und Struktur in meinem Kopf.“

Abschlusspräsentation unter Tage – Ein Highlight der besonderen Art
Der Höhepunkt der RailWeek OWL war auch in diesem Jahr die feierliche Abschlusspräsentation, die erneut in einer außergewöhnlichen Location stattgefunden hat: unter Tage im Besucherbergwerk und Museum in Kleinenbremen präsentierten die Teams ihre finalen Ideen vor einer hochkarätigen Jury. Richard Markus, Leiter Verkehrstechnik der Firma WAGO Kontakttechnik, Prof. Dr. Franz Kummert von der Universität Bielefeld und Christian Lübeck, Geschäftsführer der Firma UKL iT & Logistik bewerteten die vorgestellten Projekte nach Kriterien wie Innovationspotenzial, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit. „Die Ergebnisse waren beeindruckend und vielfältig“, war die Jury sich im Nachgang schnell einig und lobte die Innovationskraft und den Mut der Teams, neue Wege in der Mobilitätsplanung zu beschreiten. Richard Markus von WAGO zeigte sich beeindruckt: „Die hier vorgestellten Ideen haben das Potenzial, echte Veränderungen zu bewirken – insbesondere im Bereich der ländlichen Verkehrsanbindung.“ Auch Prof. Dr. Kummert hob hervor, dass die Teilnehmenden „großes Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzenden“ bewiesen haben.

Innovative Projekte für die Mobilität von morgen
Die präsentierten Ideen boten neue Perspektiven und Blickwinkel auf die Mobilitätsherausforderungen der Zukunft:

  • Station Hub: Ein Konzept, das Bahnhöfe in moderne Coworking-Spaces verwandelt, um Wartezeiten während Zugverspätungen oder -ausfällen produktiv zu nutzen oder um das Geschäftsmeeting an einen neuen Ort außerhalb des Unternehmens zu verlagern.
  • Easy Mo: Ein Mietservice für den ländlichen Raum, der eine durchgängige und komfortable Mobilitätskette schafft, um den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern.
  • City on Tour: Eine Lösung, die mithilfe retrogefitteter Schiffscontainer mobile Versorgungsangebote für ländliche Gebiete bereitstellt – von Lebensmittelmärkten bis hin zu Friseuren und Treffpunkten.
  • Mobility Innovation Network: Eine Genossenschaft, die auf der Analyse von Verkehrsdaten basiert, um Heatmaps zu erstellen, die Verkehrsflüsse verbessern und das Angebot des ÖPNV gezielt optimieren.

Ein wertvoller Beitrag für OWL und darüber hinaus
Die RailWeek OWL 2024 hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit von verschiedenen Projektpartnern und kreativen Köpfen steckt. Die entwickelten Ideen tragen nicht nur zur regionalen Mobilitätsentwicklung bei, sondern können zukünftig auch wegweisend für die gesamte Branche sein.

Dieses sowie weitere Formate werden vom Teilprojekt „Wissenschaftsdialog“ im Rahmen des enableATO-Projekts gefördert. Das Ziel des Teilprojektes ist es einen kontinuierlichen Austausch mit der Gesellschaft zu neuen Anforderungen an Mobilität und die Nutzung verschiedener Verkehrsträger durch Workshops, Austauschformate und Präsentationen zu schaffen.

Studierende werben Studierende

Wie wirbt man am besten um Studierende? Genau, mit Studierenden. Schauen Sie sich unseren aktuellen Film an. Die Studierenden Melvin Kalsow und Jan-Luca Grillemeier erzählen, warum sie sich für den Studiengang Digitale Bahnsysteme am RailCampus entschieden haben und wem sie den Bachelor-Studiengang empfehlen.

Kommission für Verkehr und Mobilität Bezirksregierung Detmold besucht RailCampus OWL

Wertvolle Einblicke in die Zukunft des Schienenverkehrs erhält man am besten vor Ort, dort wo ‘die neue Zukunft für die Bahn‘ entsteht. Deshalb freute sich der RailCampus OWL über den Besuch der Kommission für Verkehr und Mobilität, Infrastruktur und Digitalisierung der Bezirksregierung Detmold am 19. Juni.

Geschäftsführer Jürgen Tuscher führte die Gäste durch die Themen des RailCampus und über das Gelände in Minden, wo in Werkstätten, auf Prüfständen und Teststrecken innovative Technologien entwickelt und erprobt werden. Die interessierten Fragen und lebhaften Diskussionen am Nachmittag unterstrichen das regionalpolitische Interesse für den RailCampus.

©Die Bilder sind von Steffen Adams

Einzigartiger Innoday in Minden bringt Industrie und Wissenschaft im Bahnbereich zusammen

Mehr als 200 Bahnexperten aus ganz Deutschland kamen am Dienstag, 11. Juni, zum dritten Innoday auf den RailCampus nach Minden. Unter dem Motto „Innovation lebt vom Austausch“ informierten sie sich über innovative Lösungen im Bahnbereich, hörten Fachvorträge und tauschten sich aus. Auf besonderes Interesse stießen die Besichtigungen der Labore Messradsatz, Betriebsfestigkeit und Klimakammer. Der Innoday in Minden ist bundesweit einmalig, weil er so viele Unternehmen und Wissenschaftler zusammenbringt, die einen relevanten Beitrag für eine innovative, nachhaltige und zukunftsfähige Bahn leisten.

Frau Dr. Hiie-Mai Unger, Vorsitzende der Geschäftsführung DBSystemtechnik, bedankte sich bei der Eröffnung für die Organisation des Innodays und die Möglichkeit, sich in der Bahnbranche zu vernetzen. „Die Eisenbahnbranche ist ein wichtiger Motor für Innovationen in Ostwestfalen. Und sie ist ein Jobmotor mit vielen attraktiven Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region. Der Innoday des RailCampus OWL mit über 200 Gästen in der Fahrzeughalle und auf dem Gelände der DB Systemtechnik in Minden hat die Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Bahnbranche erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hier bringen wir gemeinsam Lehre, Forschung und Industrie zusammen. Das ist ein tolles Konzept, das beiden Seiten hilft und jungen Kolleg:innen die Möglichkeit gibt, einerseits wissenschaftliche Impulse zu setzen und andererseits Industrie besser kennen zu lernen. So profitieren alle davon“, so Frau Dr. Unger.

Prof. Dr. Stefan Witte lobte als Vorsitzender des RailCampus OWL e.V die Gründungsmitglieder des RailCampus, eine solche Veranstaltung auf die Beine gestellt zu haben. Auch Regierungspräsidentin Anna Bölling sprach in ihrem Grußwort am Nachmittag von einem gelungenen Konzept direkt am Bahnhof in Minden, was auch die durch das Land NRW geförderten Projekte MonoCab, AutoRail und DiBaMi belegen.

Unternehmen der Bahnbranche aus ganz Deutschland präsentierten an ihren Ständen Neuheiten u.A. aus Bereichen wie Safety und Security, Bremstechnik, Gleitschutz und klimafreundliche Biokraftstoffe. Viel Beachtung fand der Roboterhund „Spot“, der mit hochentwickelten Kameras, Sensoren und Künstlicher Intelligenz ausgestattet, eigenständig Güterwagen identifizieren und Sichtprüfungen vornehmen kann, um Schäden am Zug zu erkennen.

Die Fachvorträgen spannten das weite Feld der Innovationsmöglichkeiten auf. Von  Monitoringlösungen und intelligente Datenanalyse, über digitale intelligente Bremsprüfgeräte, strukturiertem Datenaustausch, Retrofittinglösungen, SPE bis hin zu smarten multimediale Folien konnten sich die Teilnehmer über die Vielfalt im Bahnsystem informieren.

DB und DLR verlängern in Minden Kooperation für mehr Komfort und kluge Klimatisierung im Zug

Parallel zum Innoday auf dem Gelände der DB Systemtechnik in Minden unterzeichneten Prof. Andreas Dillmann, Direktor des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik sowie Dr. Hiie-Mai Unger und Christoph Kirschinger aus der Geschäftsführung der DB Systemtechnik die Fortführung Ihrer Kooperationsvereinbarung.

In den kommenden Jahren wollen die Fachleute in einem Forschungszug unter anderem untersuchen, wie Aerosole in der Raumluft sicher und wirkungsvoll bekämpft werden können. Neue Filter-, Lüftungs- und Klimatisierungskonzepte wollen sie in einem gemeinsamen, von der EU geförderten Forschungsprojekt unter den realen Bedingungen eines ICE-Wagens auf ihre Wirksamkeit überprüfen. In die Bewertungen fließen Erkenntnisse aus den bisherigen praktischen Studien ebenso ein wie die theoretischen Arbeiten des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Für die Forschung an Technologien, die das Wohlbefinden der Reisenden steigern und den Energiebedarf der Klimatisierung reduzieren, ist ein regulärer ICE-Wagen mit aufwändiger Sensortechnik umgebaut worden zu einem „Demonstratorfahrzeug für Innovationen im Reisendenkomfort und Klimatisierung“, kurz DIRK.

„Im DIRK bringen wir die Grundlagenforschung des DLR und das Bahn-Know-how der DB Systemtechnik produktiv zusammen. Ich freue mich, dass dieses zukunftsweisende Projekt heute in die Verlängerung geht. Komfort an Bord ist ein entscheidender Faktor, um noch mehr Menschen fürs Bahnfahren zu begeistern“, so Frau Dr. Hiie-Mai Unger, Vorsitzende der Geschäftsführung DB Systemtechnik.

Studierendenwerbung auf Hochtouren

Der RailCampus OWL präsentierte sich auf verschiedenen Studierendenveranstaltungen in der Region. Das Interesse am RailCampus im Allgemeinen und am Studiengang Digitale Bahnsysteme im Besonderen war sehr groß. Ein Rundgang:

Campus Festival

“Spielen statt Studieren“ hieß es am Freitag, den 7. Juni auf dem Campus Festival in Minden. Bei guter Musik wurde getanzt und Darts gespielt. Außerdem informierten sich die Besucher beim RailCampus-Stand über den Studiengang Digitale Bahnsysteme.

AzubiVibes

2.500 Besucher waren am ersten Tag der Azubi Vibes am 23. Mai nach Minden gekommen. Viele besuchten auch die Pagode des RailCampus OWL. Sie informierten sich über den Studiengang Digitale Bahnsysteme und nahmen an unserem Dartspiel teil. Ähnlich ging es an den beiden anderen Tagen weiter. Die diesjährigen Azubi Vibes in Minden war ein Volltreffer!

Tag der offenen Tür der HSBI

Großes Interesse am Stand des RailCampus OWL beim Tag der offenen Tür der HSBI in Bielefeld am 4. Mai! Die Campusmanager informierten die Besucher ausführlich über den Studiengang Digitale Bahnsysteme und das Forschungsprojekt MonoCab.

12,5 Millionen Euro für die Zukunft der Mobilität:

Verbundprojekt in OWL setzt auf automatisierten Schienenverkehr in ländlichen Räumen

Mit Schienenmobilität Beiträge zur einer hochautomatisierten, digitalisierten und nachhaltigen Mobilität zu liefern und Schnittstellen zu anderen Verkehrsmitteln neu zu denken – das ist das Ziel des jetzt bewilligten Projektes „Automatisierter Bahnverkehr als Basis für eine nachhaltige, vernetzte Mobilität in ländlichen Räumen (enableATO)“. Das Projekt wird am RailCampus OWL in Minden angesiedelt. Minden ist damit einer von vier Standorten innerhalb des DZM (Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft).

Ein starkes Projektkonsortium aus Hochschulen, Fraunhofer-Einrichtungen der Region und Unternehmen wird in den kommenden drei Jahren Technologien für automatisierte, schienenbasierte Mobilitätskonzepte voranbringen und Schnittstellen schienengebundener Mobilität zu anderen Verkehrsträgern in ländlichen Räumen erforschen und aufzeigen. Fahrerlose Transportsysteme auf der Schiene wie das MONOCAB oder das Zweiwegefahrzeug werden in Minden und im Extertal automatisierten Verkehr auf der Schiene demonstrieren. Ziel ist es, sie danach zeitnah in einem Testregelbetrieb einzusetzen.

„Dies markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger, vernetzter und automatisierter Mobilität für die Zukunft und für ländliche Räume, wie in OWL“, so Professor Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer der TH OWL und Projektkoordinator bei der heutigen Projekteröffnung. Die Förderung von 12,5 Millionen Euro erfolgt durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

Das Ziel des Projekts „enableATO“ (übersetzt: Automatisierten Bahnbetrieb ermöglichen) ist die Ermöglichung moderner Ideen für automatisierte Schienenmobilität und deren Untersuchung in neuen schienenbasierten Ansätzen in ländlichen Räumen. Im Fokus stehen dabei Technologien im Zusammenhang mit automatisiertem Fahren wie Wahrnehmung durch Sensoren, Zulassungsfragen, intelligente Wartung und die Demonstration der Technologien z.B. im MONOCAB. Parallel dazu werden erste Fragen zur Akzeptanz von Nutzerinnen und Nutzer erforscht und adressiert sowie der Wissenschaftsdialog gestärkt.

Die Herausforderung der Verkehrssystemtransformation besteht darin, Nachhaltigkeit und Effizienz miteinander zu vereinen. In diesem Kontext spielen Automatisierung, autonomes Fahren, intelligente Verkehrsführung, digitale Konnektivität und vernetzte Mobilität eine zentrale Rolle. Der RailCampus OWL als Innovationsort für dieses Projekt gibt den neuen Impulsen Raum und leistet dabei einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung und Entwicklung neuer automatisierter Mobilitätsansätze für eine zukunftsfähige Bahnmobilität als gesellschaftlich relevante Größe.

Untersuchung schienengebundener Mobilität am RailCampus OWL

Der RailCampus OWL bündelt und erweitert Kompetenzen und wird in diesem Projekt Neues schaffen und nutzbar machen. Dort werden verschiedene neue Mobilitätsansätze erforscht und demonstriert, beispielsweise zum automatisierten Verkehr mit dem von der TH OWL entwickelten MONOCAB und einem Zweiwegefahrzeug, das an der Hochschule Bielefeld zunächst für Logistikanwendungen konzipiert wurde und das sowohl auf Schienen als auch auf der Straße fahren kann. Diese Ansätze zielen darauf, nicht genutzte Bahninfrastrukturen zu reaktivieren und nachhaltig für eine individuellere Mobilität auf der Schiene zu nutzen, erfordern aber Automatisierung.

Starke Partnerschaft für nachhaltige Mobilität

Das Projektkonsortium setzt sich aus renommierten Partnern zusammen. Beteiligt sind die
Universität Bielefeld, die Universität Paderborn, die Hochschule Bielefeld, die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die DB Systemtechnik GmbH, Wölfel Engineering GmbH + Co. KG, HARTING Technologiegruppe, Pilz GmbH & Co. KG und die Fraunhofer-Institute IEM (Paderborn) und IOSB-INA (Lemgo). Assoziierte Partner sind WAGO sowie die DB Cargo AG. Gemeinsam bringen die Partner umfassende Expertise und langjährige Erfahrung ein, um die Vision einer nachhaltigen, vernetzten und automatisierten Mobilität in ländlichen Räumen voranzutreiben. Hierzu wird das Projekt enableATO einen wichtigen Beitrag leisten.

Statements der Projektbeteiligten

Prof. Dr.-Ing. habil. Walter Sextro, Lehrstuhl für Dynamik und Mechatronik (LDM), Universität Paderborn

„In dem Projekt wird eine intelligente Instandhaltung von Schienenfahrzeugen angestrebt. Diese ermöglicht es potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, sodass eine höhere Betriebssicherheit, weniger Ausfallzeiten und insgesamt geringere Kosten erzielt werden“.

PD Dr.-Ing. Sven Wachsmuth, Center for Cognitive Interaction Technology (CITEC),
Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab), Universität Bielefeld

„Maschinelles Lernen macht es möglich, den Betrieb kleinerer Schienenfahrzeuge mit Konzepten des autonomen Fahrens neu zu denken. Dafür muss ein Fahrzeug Personen und Hindernissen so früh wie möglich wahrnehmen und darauf intelligent reagieren können. In dem Projekt wollen wir hierzu Forschungstechnologie in die Praxis bringen“.

Prof. Dr. Rolf Naumann, Dekan Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der Hochschule Bielefeld und Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Digitale Bahnsysteme am RailCampus OWL

„Die Herausforderung, ein nachhaltiges Mobilitätskonzept umzusetzen, kann nur im Team gelingen. Das Projektkonsortium aus Hochschulen, Fraunhofer-Instituten und Unternehmen bündelt die dafür notwendigen Kompetenzen. Gemeinsam mit den Partnern entwickelt die HSBI kleine, autonom fahrende Schienenfahrzeuge. Darüber hinaus gilt es, robuste Verfahren und Methoden zu entwickeln, um deren Akzeptanz zu erhöhen“.

Philip Kleen, Functional Safety Engineer (FS Eng), Fraunhofer IOSB-INA, Lemgo

„Wir erforschen, wie neue Technologien funktional sicher eingesetzt werden können. Zum Beispiel, um das automatisierte Fahren und neue Fahrzeugkonzepte zu ermöglichen. Dabei ermitteln wir ein akzeptiertes Sicherheitsniveau und die dazugehörigen Sicherheitskonzepte sowie Testverfahren und Methoden, diese Sicherheit nachzuweisen. Schließlich geht es auch um die Klärung des Rechtsrahmens für den Betrieb“.

Maximilian Bause, Gruppenleiter Trusted Machine Intelligence (TMI), Fraunhofer IEM Paderbor

„Ein automatisierter Bahnverkehr, der auf den ländlichen Raum zugeschnitten ist, bietet langfristige Potenziale, die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Wir am Fraunhofer IEM erforschen und entwickeln im Rahmen des Projektes KI-basierte Steuerungen und Regelungen, die den Anforderungen an Sicherheit und Flexibilität eines zukunftsfähigen Mobilitätskonzeptes für die Schiene gerecht werden“.

Christian Homeier, Leiter Prüfung und Produktsicherheit Messtechnik, DB Systemtechnik GmbH

„Mit „enableATO“ können wir der Entwicklung des automatisierten Bahnbetriebes einen weiteren Schub geben und insbesondere an der ATO-Grundvoraussetzung forschen: der sicheren und zuverlässigen technischen Wahrnehmung der Umgebung von Schienenfahrzeugen. Letztendlich sorgen wir damit für die Zulassungsvoraussetzung dieser Perzeptionssysteme“.

Dr.-Ing. Daniel Nordsiek, Director Innovation Hub, HARTING Stiftung & Co. KG

„Das Verbundprojekt ist eine Bestätigung für unsere gemeinsame Arbeit am RailCampus OWL. Der Bahnindustrie in der Region wird durch das Deutsche Zentrum für Mobilität der Rücken gestärkt und ein Grundstein für zukunftstragende Projekte für die Schiene gelegt“.

Sebastian Lüke, Head of BU Rail, Pilz GmbH & Co. KG

„Wir werden insbesondere unsere ausgewiesene Expertise bei der Durchführung von Risikoanalysen und der Entwicklung von Sicherheitskonzepten in das Projekt einbringen. Diese Expertise wollen wir gemeinsam mit den Projekt-Partnern für die Digitale Schiene weiterentwickeln“.

Dr.-Ing. Manuel Eckstein, Leiter Simulation & Predictive Maintenance, Wölfel Engineering GmbH + Co. KG

„enableATO ermöglicht es Wölfel Zustands- und Leistungsindikatoren (KPIs) auf Grundlage von Schwingungsmessdaten zu untersuchen. In Zukunft lassen sich durch diese eine kontinuierliche Überwachung und zustandsbasierte Wartung von Schienenfahrzeugen und der Infrastruktur realisieren“.

Info: Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM)

Das Vorhaben ist eingebettet in das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM), welches mit seinen vier Standorten Hamburg, Annaberg-Buchholz, Minden und Karlsruhe ein bundesweites Forschungsnetzwerk aufspannt und Expertise in der Mobilitätsforschung bündelt. Während der Projektlaufzeit und darüber hinaus vernetzen sich die Standorte über eine Reihe von Veranstaltungen. Diese dienen der Kommunikation in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie der Kooperation der Standorte untereinander. Jährlich rollierende Konferenzen, Seminare und Winter Schools bringen die Wissenschaftler der Standorte zusammen. Eine kontinuierliche Abstimmung zwischen den Projekten auf Arbeits- und Leitungsebene erschließt Synergien und erlaubt, die Projektergebnisse auf Übertragbarkeit zu überprüfen.

Info: RailCampus OWL

Im Umfeld des Bahnhofs in Minden und auf dem Gelände der DB Systemtechnik ist ein
Innovationsökosystem entstanden, in dem Forschung, Lehre, Transfer und Wirtschaft im Themenfeld der intelligenten Bahntechnologie eng zusammenwirken. Gemeinsames Ziel der Partnerschaft im RailCampus OWL e.V. – initiiert durch vier Campus OWL Hochschulen (Universität Bielefeld, Universität Paderborn, Hochschule Bielefeld, TH OWL), DB Systemtechnik, DB Cargo, HARTING, WAGO, Stadt Minden, Kreis Minden-Lübbecke – ist es, einen besonderen Ort zu gestalten, der Impulsen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Raum gibt, für eine zukunftsfähige Bahnmobilität als gesellschaftlich relevante Größe. Über den RailCampus OWL e.V.: Hochschulen, Bahn und Wirtschaft entwickeln im Rahmen dieses Vereins am Standort Minden ein einzigartiges Innovationsnetzwerk für die Bahntechnologie der Zukunft. Mit Forschung, Transfer und Studium wird die Bahn für die Zukunft gestärkt. Projektinitiatoren sind die Universität Bielefeld, die Hochschule Bielefeld, die Universität Paderborn, die Technische Hochschule Ostwestfalen Lippe, die Deutsche Bahn mit der DBSystemtechnik und DBCargo, HARTING, WAGO, die Stadt Minden und der Kreis Minden-Lübbecke. Weitere Mitglieder sind PILZ, Wölfel, UKL und ABB Stotz-
Kontakt, VV OWL, Arbeitsmedizinisches Zentrum Schaumburg. Ziel der Aktivitäten ist es, geeignete Fachkräfte für eine automatisierte und digitalisierte Bahn akademisch auszubilden und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch sollen technische Innovationen marktreif entwickelt werden, um ein leistungsfähiges, effizientes, nachhaltiges und in Mobilitätsketten integrierbares Bahnsystem zu entwickeln.