Minden, 6. November 2026. Wie gestalten wir die Mobilität der Zukunft in Ostwestfalen-Lippe? Welche Forschungsfelder bieten besondere Potenziale für die Region? Und wie können Wissenschaft, Wirtschaft und öffentliche Hand ihre Kompetenzen stärker bündeln? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am 5. November über 40 Teilnehmende bei der Forschungs- und Workshopveranstaltung „Mobilität & Bahntechnik“ am RailCampus OWL in Minden.
Gemeinsam Zukunftsthemen identifizieren
Am RailCampus OWL kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Bahnbranche zusammen, um aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Mobilität und Bahntechnik zu diskutieren. Ziel war es, gemeinsame Forschungs- und Handlungsfelder zu identifizieren, regionale Kompetenzen zu vernetzen und Perspektiven für zukünftige Kooperationen zu eröffnen.
Dabei stand zunächst nicht die Entwicklung konkreter Einzelprojekte im Vordergrund, sondern die gemeinsame Erarbeitung von Themenfeldern als Grundlage für weiterführende Forschungs- und Innovationsaktivitäten.
Vielfältige Impulse aus Politik, Wissenschaft und Bahnpraxis
Nach der Begrüßung durch den RailCampus OWL, die Stadt Minden und die DB Systemtechnik bot das Vormittagsprogramm unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des Schienenverkehrs.
Heiner Brockhagen aus dem Dezernat 32 der Bezirksregierung Detmold stellte Forschungsfelder und Erfahrungen aus bisherigen Projekten vor. Benno Hense, Leiter des Referats VII B 1 für intelligente Verkehrs- und Transportsysteme, urbane Logistik und automatisierte Mobilität im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium, erläuterte aktuelle Entwicklungen und stellte insbesondere die Handlungsschwerpunkte des Landes NRW im Schienenverkehr heraus.
Die regionale Perspektive beleuchtete Kai Schulte, Leiter des Kompetenzcenters Integraler Taktfahrplan NRW beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH, stellte mit der „Mobiliale“ einen Ansatz zur Weiterentwicklung der Mobilitätsregion OWL vor.
Auch die Hochschulen der Region brachten ihre Expertise ein: Die Hochschule Bielefeld (HSBI), die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), die Universität Paderborn und die Universität Bielefeld gaben Einblicke in ihre Forschungsaktivitäten im Bereich Mobilität.
Ergänzt wurde das Programm durch praxisorientierte Perspektiven aus der Bahnbranche. Christian Homeier von DB Systemtechnik und Hinrich Hempel von DB Cargo stellten aktuelle Projekte und Entwicklungsschwerpunkte der Deutschen Bahn aus Sicht der Systemtechnik und des Schienengüterverkehrs vor. Dabei zeigten sie auch Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungs- und Innovationsaktivitäten auf.
Die Beiträge verdeutlichten, wie wichtig es ist, technologische Entwicklungen, betriebliche Anforderungen und regionale Mobilitätsbedarfe gemeinsam zu betrachten.
Vier Workshopgruppen entwickeln Ideen für die Mobilität der Zukunft
Am Nachmittag stand die gemeinsame Arbeit im Mittelpunkt. In vier moderierten Workshopgruppen griffen die Teilnehmenden die Impulse des Vormittags auf und entwickelten zahlreiche Ideen für neue Mobilitätsansätze und innovative Bahntechnik.
Im Fokus standen insbesondere die Herausforderungen des zukünftigen Schienenverkehrs, die vorhandenen Kompetenzen der Region sowie mögliche Ansätze für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Die Ergebnisse zeigten das große Potenzial, das in der Zusammenarbeit der regionalen Akteure liegt. Ostwestfalen-Lippe verfügt über leistungsfähige Unternehmen, engagierte Hochschulen und umfangreiche Kompetenzen rund um das System Bahn. Diese Stärken gilt es gezielt miteinander zu verbinden und für zukünftige Innovationen zu nutzen.
Der RailCampus OWL bietet hierfür eine wichtige Plattform. Gemeinsam mit der DB Systemtechnik am Standort Minden schafft er Voraussetzungen für Vernetzung, Wissenstransfer und anwendungsorientierte Forschung. Auch die Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur, insbesondere im Bereich des automatisierten Fahrens und mit dem geplanten Science-to-Business-Gebäude, eröffnet zusätzliche Perspektiven.
Ergebnisse werden 2027 gemeinsam weiterentwickelt
Die zahlreichen Ideen und Themenfelder aus den vier Workshops sollen im kommenden Jahr aufgegriffen und im Dialog mit dem Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Detmold weiter konkretisiert werden.
Ziel ist es, daraus tragfähige Forschungs- und Innovationsansätze zu entwickeln, mögliche Kooperationen auszuloten und Perspektiven für die praktische Umsetzung zu schaffen.
Die Forschungskonferenz bildete damit den Auftakt für einen weiterführenden Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Bahnbranche und öffentlicher Hand. Der RailCampus OWL möchte diesen Prozess aktiv begleiten und dazu beitragen, regionale Kompetenzen zu bündeln und Ostwestfalen-Lippe als Standort für innovative, intelligente und nachhaltige Bahnsysteme weiter zu stärken.


